Trauerbegleitung

„Trauer ist das Geschehenlassen des Schmerzes angesichts von Zerstörung und Ende. So wie der Tod zum Leben gehört, so ist die ausreichende Trauer Voraussetzung für jeden Neubeginn. Trauer ist nötig, um sich zu verabschieden, um zu realisieren, ein geliebter Mensch lebt nicht mehr, dieser Mann wird mich nie mehr küssen, dieses Projekt wird nie verwirklicht.

 

Zur tiefen Trauer kann das Gefühl gehören, in einem gläsernen Palast zu sitzen. Alles erscheint eiskalt und dabei kristallklar. Man kann sich nicht bewegen, während ringsherum das Leben tobt. Im Inneren des Palastes gibt es keine Wärme und keine Herzlichkeit, sondern nur das Gefühl von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit.

 

Wer sich der Trauer verschließt, isoliert sich von einem Teil der tiefsten menschlichen Gefühle und wird hart und leblos“. Mit diesen Worten beschreiben Ulja Krautwald und Christine Li, die Autorinnen des Buches "Der Weg der Kaiserin", die Trauer und den Abschied.

 

Nicht immer ist der Tod der Auslöser für Schmerz, Trauer und Kummer. Menschen scheitern, Menschen verlieren, Menschen haben Pech. Pläne lassen sich nicht in die Tat umsetzen, Hoffnungen zerplatzen, Wünsche bleiben unerfüllt. Manchmal liegt nur wenig zwischen Glück und Unglück, zwischen Gelingen und Scheitern, zwischen Erneuerung und Verlust.

 

Nicht jeder hat das Glück wohlwollende und aufrichtige Menschen zur Stelle zu haben. Menschen, die in der Lage sind Trost zu spenden, die innere Festigkeit und Ermutigung mitbringen, die wissen, wann es Zeit ist zu schweigen, zu sprechen und gegebenenfalls für Ablenkung zu sorgen. Menschen, denen Tränen nicht fremd sind.

 

Jeder Mensch leidet anders, jeder reagiert anders und daher braucht jeder Mensch im Kummer anderen Trost.

 

Trauerbegleitung ist angeraten, um Beistand zu erfahren, belastende Situationen zu erleichtern, Zuversicht zu erlangen und das Wohlbefinden wiederherzustellen.

 

Sollten einige der nachfolgenden Anhaltspunkte länger bestehen und nach einiger Zeit nicht in ihrer Intensität abnehmen, ist zu empfehlen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

  • Der Zustand der Trauer ist quälend und will kein Ende nehmen.
  • Extreme Hoffnungslosigkeit und der Eindruck, das Leben kann niemals wieder lebenswert werden.
  • Andauernde Gefühle von Schuld oder Wut sowie Rachegedanken.
  • Innere Anspannung, „Getriebensein“ oder tiefe Niedergeschlagenheit.
  • Erdrückende Einsamkeit, Kontakte werden gemieden.
  • Die Gedanken kreisen.
  • Es fällt schwer, den Alltag zu bewältigen, tägliche Arbeiten und Pflichten wahrzunehmen. Berufliche Probleme stellen sich ein.
  • Substanzmissbrauch (Alkohol, Medikamente, Drogen etc.) zur Linderung des Schmerzes oder das Stürzen in Arbeit, um „zu vergessen“,...

Im Wegweiser für Trauernde findest du noch mehr Informationen.